Das Highlight der v9 ist der Oracle Explorer, d.h. Sie können eine Oracle-DB mit wenigen Clicks wiederherstellen, natürlich auf einen beliebigen Zeitpunkt (PIT). Die nachfolgende "New Features" Auflistung soll die aus unserer Sicht relevantesten Punkte zusammenfassen.

Markus Bättig ist VEEAM VMCE 9 zertifiziert.

VEEAM 9.0 "New Features"

Scale-out Backup Repository: Mit dem neuen unbeschränkten Scale-out Backup Repository von Veeam können heterogenen Speichergeräte in einem skalierbaren Backup-Repository zusammengeführt werden.

Dadurch entsteht eine softwaredefinierte Abstraktionsschicht, über die Sie Ihre Backup Speicherkapazitäten effizienter managen und nutzen können. Vorteil: Deutlich einfacheres Management der Backup-Speichersysteme und -Jobs.

Mit Scale-out Backup Repository können kleine wie grosse Unternehmen ihre Repositories ganz simpel erweitern, wenn sie zusätzliche Kapazitäten benötigen: anstatt Backup-Ketten (die in grossen Unternehmen sehr umfangreich sein können) mühsam und unter hohem Zeitaufwand verlagern zu müssen, kann einfach eine neue Erweiterung (d. h. ein „einfaches“ Backup-Repository) zum vorhandenen Scale-out-Repository hinzugefügt werden. Alle Backup-Dateien bleiben dabei erhalten. Und da lediglich ein weiteres Repository zur Gruppe hinzugefügt wird, kann allen Backups dasselbe Ziel zugewiesen werden. So stehen zusätzliche freie Kapazitäten zur Verfügung, die sofort genutzt werden können.

Bit-Looker: Veeam BitLooker ist eine neu eingeführte Technologie um die Grösse der Backup Files und die genutzte Bandbreite für Replikations-Jobs noch weiter zu verringern.

Mit Hilfe der folgenden Features lässt sich so eine Reduktion von bis zu 20% erreichen:

  • Ausschluss von Blöcken gelöschter Dateien
  • Ausschluss von Swap und Hibernation Files
  • Ausschluss von Benutzerspezifischen Dateien und Ordnern

Direct NFS Access: Mit der Einführung von Direct NFS Access läuft nun auf allen neuen Veeam Backup Proxies, Veeam’s neuer NFS Client. Jede NFS Freigabe, die der VMware Umgebung präsentiert wird, egal ob NFS v3 oder NFS 4.1 aus vSphere 6, ist für den Zugriff geeignet. NFS Benutzer können nun VMs direkt von einer NFS Freigabe sichern oder Replizieren, ohne die Notwendigkeit, den zusätzlichen Weg durch die Hypervisor-Schicht zu gehen.

Standalone Console: Die Veeam Standalone Console trennt die Verwaltungskonsole von Veeam Backup & Replication von der eigentlichen Veeam Backup Server Installation. Sie ermöglicht das Management der Veeam Backup Umgebung von jedem Client, Notebook o.Ä. ohne Notwendigkeit einer RDP Verbindung zum Veeam Backup Server. Zudem besteht die Möglichkeit, mehrere Konsolen zu starten und simultan mehrere Backup Server gleichzeitig zu verwalten. Ganz bequem von Ihrem Arbeitsplatz.

Guest interaction proxy: Der neu eingeführte guest interaction proxy hilft signifikant die genutzte WAN Bandbreite zu verringern und die Performance für das application-aware image processing und das guest file system indexing zu verbessern. Der Workload für Backup- und Replikations-Jobs kann nun von einem Proxy oder einfach nur einem Windows Computer am Remote-Standort übernommen werden.

Mount Server: Der neue Mount Server ist für jedes Backup Repository verfügbar und hilft dabei, die genutzte Bandbreite für File-Level Recovery ( Remote-to-Remote ) zu verringern. In früheren Versionen war es notwendig, dass alle Backups, für eine Wiederherstellung an einen Backup Server gemountet werden. Mit der Version 9 besteht nun die Möglichkeit, nahezu jeden Windows Computer am Remote-Standort für das Mounten zu verwenden und somit eine doppelte WAN Übertragung zu vermeiden.

GFS media pool: Mit Veeam v9 wird nun ein vordefiniertes GFS Schema für Tape Media Pools eingeführt. Der GFS Media Pool sichert automatisch auf folgende vordefinierte Mediensätze:

  • Woche
  • Monat
  • Quartal
  • Jahr

Jeder dieser Mediensätze kann bei Bedarf einzeln deaktiviert werden, sollte er nicht benötigt werden.

Native SCSI commands: Ab sofort besteht die Möglichkeit native SCSI Commands für die Interaktion mit Tape Devices zu nutzen. Die Voraussetzung eines Hersteller-spezifischen Windows Treibers ist somit nicht mehr erforderlich und Tape Devices, welche vorher als „Unknown Media Charger“ im Geräte Manager aufgetaucht sind, können nun mit dem Default Windows Treiber genutzt werden.

Waiting for Tape email notification: Zusätzlich zur Meldung in der Veeam Backup Konsole können nun auch Backup to Tape und File to Tape Jobs mit einer E-Mail-Benachrichtigung konfiguriert werden. Wird aus Platz- oder Retention Gründen ein neues Tape für die Sicherung erforderlich, wird eine E-Mail an den definierten Empfänger versendet.

„Block size adjustments“: Die Tape Drive Block Größe kann nun in den Eigenschaften des Drives geändert werden. Dies ermöglicht z.B. eine Steigerung der Backup Performance oder das Wiederherstellen von Daten, welche auf einem Tape mit anderer Blockgröße gesichert wurden.

„Media set name variables“: Mit neuen Variablen lassen sich Mediensätze nun noch besser anpassen und optimieren. %id% fügt die sequenzielle Nummer des Mediensatzes aus dem Medienpool hinzu, %job% fügt den Job Namen, welcher gerade den Mediensatz beschreibt hinzu und mit der Tag an dem der Mediensatz beschrieben wurde lässt sich mit %dayofweek% automatisch hinzufügen.

„Tape drives and slot naming“: Laufwerke und Slots von Bandlaufwerken oder Tapelibraries werden nun mit den korrekten Bezeichnungen angezeigt. Bei der Verwendung einer TS3100 kam es z.B. zu Slot-Bezeichnungen von 4096 für Slot 1 der Library bis hin zu 4119 für den letzten Slot.

LTO-7 readiness: Der LTO-7 Standard für Hardware und Tape Medien wurde bereits im Vorfeld getestet und wird bereits jetzt für die Zukunft komplett unterstützt.

Veeam Explorer for Oracle: Mit Einführung der Version 9 von Veeam wird auch ein neuer Explorer für die Wiederherstellung von Oracle Datenbank Elementen bereitgestellt. Für die Oracle Versionen 11 und 12, laufend auf sowohl Windows oder Linux wird folgende Funktionalität bereitgestellt:

  • 1-Click individual Database Recovery
  • Agentenloses Transaktions-Log Backup und Replay
  • Point-in-time Database Recovery bis hin zu individuellen Transaktionen mit dem Transaction-Log Viewer

Veeam Cloud Connect Replication: Mit Einführung der Version 8 von Veeam Backup & Replication ergab sich schon die Möglichkeit in ein Cloud-Provider gehostetes Backup Repository zu sichern. Mit der Version 9 wird nun auch Replikation in die Cloud eingeführt. Advanced Image-based VM Replication mit folgenden Features:

  • Cloud Host für Desaster Recovery
  • Szenarien mit CPU, RAM, Storage und Netzwerk Ressourcen
  • Full Site Failover zu einer DR-Site von überall aus managen, mit wenigen Klicks bequem über ein Web-Portal oder partieller Switch zu ausgesuchten Replicas am DR Standort.
  • Failback zu einer bestehenden oder neuen Infrastruktur
  • Support für File-Level Recovery von Cloud Replicas
  • Kommunikation zum Cloud Provider über einen einzigen Port einer SSL/TLS Verbindung
  • Site Failover Test und Simulation

„Storage-level corruption guard“: Backup Files aus primären Backup Jobs können periodisch geprüft werden um Storage Störungen zu erkennen. Korrupte Blöcke innerhalb der Backupsätze werden automatisch repariert, indem die korrekten Daten vom Produktions-Storage empfangen und ersetzt werden. Backupsätze mit Forever forward incremental Sicherungsmethode werden hierdurch sicherer und periodische Full-Backups überflüssig.

„Backup copy parallel processing“: Backup Copy Jobs verarbeiten nun, wie normale Backup Jobs, mehrere VMs gleichzeitig und steigern somit die Performance für die Kopie Ihrer Backupsätze auf weitere Sicherungsmedien.

„Ability to stop jobs gracefully“: Benutzer können jetzt einen Backup Job stoppen, ohne dabei den Prozess komplett zu stoppen und somit möglicherweise unbrauchbare Backupsätze auf den Storage-Systemen verweilen zu lassen. Die virtuelle Maschine, die gerade noch gesichert wird, wird noch abgeschlossen, alle weiteren VMs werden während dieses Backup Vorgangs nicht gesichert.

„Built-in WAN acceleration now in Enterprise edition for Cloud-Connect“: Benutzer, die bereits mit der Version 8 von Veeam Backup & Replication die Funktionalität von Veeam Cloud Connect nutzen, mussten bis jetzt für die Verwendung der WAN Beschleunigung eine Enterprise-Plus Lizenz besitzen. Mit der Version 9 ist dieses Feature nun bereits ab einer Enterprise Lizenz verfügbar.

„1-Click File Level Recovery without indexing in Enterprise Manager“: Ab sofort besteht die Möglichkeit über das Webinterface des Enterprise Managers, 1-Click File Restore Operationen auch ohne aktives Guest File System Indexing im Backup Job zu nutzen. Der gewünschte Restore Point kann einfach ausgewählt und im Browser durchsucht werden.

„Per VM Backup File Chain“: Bis zur Version 8 wurden alle gesicherten VMs, die zusammengefasst in einem Backup Job gesichert wurden, in einem einzigen File (VBK für Full-Backups und VIB/VRB für inkrementelle Backups) gesichert. Gerade für eine weitere Kopie der Backupsätze auf Tape-Medien wird dieses neue Feature interessant. Beim Restore einer VM von Tape, welche sich in einem zusammengefassten Backup File befindet, war es nötig, den kompletten Backup-Satz zunächst auf ein lokales Repository zurückzusichern um von dort wiederherzustellen. Mit „Per VM Backup File Chains“ können nun weiterhin alle gewünschten VMs in einem Job zusammengefasst werden, jede VM besitzt aber seine eigenen Backupsätze.

 

Markus Bättig ist VEEAM VMCE 9 zertifiziert.

 

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